Kantonale Delegiertenversammlung der FDP Kanton Zürich in Stäfa vom 7. April 2026

Zahlreiche Delegierte und Gäste aus dem ganzen Kanton Zürich fanden am 7. April 2026 den Weg nach Stäfa und füllten den stilvollen Rösslisaal bis auf den letzten Platz. Rund 170 Freisinnige „pilgerten“ an den Zürichsee und erlebten eine engagierte und inhaltlich dichte Delegiertenversammlung.

Den Auftakt machte Ursula Tschanz, Präsidentin der FDP Stäfa, die mit einer pointierten und zugleich nahbaren Rede einen vertieften Einblick in die Gemeinde gab. Sie spannte den Bogen von der historischen Prägung durch den Weinbau über die industrielle Entwicklung bis hin zum heutigen Innovationsstandort und traf damit die passenden Worte auch für die Vertreter aus Bezirk Meilen und Gemeinde Stäfa.

Ein besonderer Moment des Abends war die Verdankung und Verabschiedung von Regierungsrätin Carmen Walker Späh durch den Präsidenten FDP Kanton Zürich Flippo Leutenegger. Ende März hatte sie angekündigt, im Frühling 2027 nach zwölf Amtsjahren nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten. Die FDP Kanton Zürich nahm dies zum Anlass, ihr für ihren langjährigen und prägenden Einsatz herzlich zu danken. Gleichzeitig blickten die Anwesenden gemeinsam auf ihr bevorstehendes Präsidialjahr als Regierungsratspräsidentin.

Im Zentrum des zweiten Teils standen die Parolenfassungen zu den kommenden Abstimmungen:

Zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» beschlossen die Delegierten mit 114 zu 21 Stimmen bei 11 Enthaltungen die Nein-Parole. Die engagierte Diskussion zeigte, dass die Herausforderungen rund um Zuwanderung breit anerkannt sind, die vorgeschlagene Initiative jedoch nicht als zielführend erachtet wird.

Ebenfalls deutlich lehnten die Delegierten die Wohneigentums-Initiative des Hauseigentümerverbands (HEV) ab. Mit 99 zu 28 Stimmen fasste die FDP die Nein-Parole. Zwar wird das Ziel, Wohneigentum – insbesondere für jüngere Generationen – zu fördern, klar unterstützt. Die Initiative würde jedoch zu einer weiteren Ausweitung staatlicher Eingriffe in den Wohnungsmarkt führen. Stattdessen setzt die FDP auf den Abbau von Regulierungen, um das Bauen und den Erwerb von Eigentum wieder attraktiver zu machen.

Ja sagt die FDP hingegen zur Prämien-Schock-Initiative, welche den Steuerabzug für Krankenkassenprämien im Gleichschritt mit steigenden Prämien erhöhen will. Damit soll insbesondere der Mittelstand entlastet werden, der keine individuellen Prämienverbilligungen erhält.

Ebenfalls klar unterstützt wurde die Einführung einer Stellvertreterregelung im Kantonsrat. Diese sieht vor, dass bei Krankheit, Unfall oder Mutterschaft die jeweils erstplatzierte nichtgewählte Person auf der Wahlliste die Vertretung übernimmt. Die FDP sieht darin eine pragmatische Lösung zur Sicherstellung der politischen Handlungsfähigkeit.

Auch die nationale Vorlage zur Revision des Zivildienstgesetzes wurde von den Delegierten unterstützt.

Im Weiteren wurde für die FDP Kanton Zürich das Nationalratsreglement für die Wahlliste 2027 durch die Delegierten verabschiedet. Die Fiko rapportiert direkt dem kantonalen Vorstand und ist auf neun (9) Mitglieder begrenzt.

Neben den inhaltlichen Traktanden standen auch personelle Veränderungen an: Nach dem Rücktritt von Lea Sonderegger als Präsidentin der Jungfreisinnigen Kanton Zürich wurde sie aus dem Vorstand der Kantonalpartei verabschiedet. Zu ihrem Nachfolger – sowohl an der Spitze der Jungfreisinnigen als auch im Parteivorstand – wurde Mikhail Shalaevgewählt. Der Jurastudent an der Universität Zürich ist politisch im Kreis 11 der Stadt Zürich engagiert.

Die Delegiertenversammlung in Stäfa zeigte einmal mehr: Die FDP Kanton Zürich steht für klare liberale Positionen, differenzierte Diskussionen und den Willen, Verantwortung für die Zukunft des Kantons zu übernehmen.

Der Abend fand seinen gelungenen Ausklang bei einem reichhaltigen Buffet mit feinem Stäfner Wein. In entspannter Atmosphäre wurden die Gespräche beim Apéro weitergeführt – begleitet von einer ausgezeichneten Stimmung und dem stilvollen Ambiente des Rösslisaals. Die Delegiertenversammlung bot damit nicht nur inhaltlich, sondern auch gesellschaftlich einen würdigen Rahmen für den freisinnigen Austausch.