47 Mitglieder und Gäste – darunter auch Bezirksparteipräsidentin Bettina Schweiger- trafen sich zum diesjährigen Herbstfest der FDP.Die Liberalen bei Familie Hohl in deren Weingut am Hinteren Püntacker ein. Dem Apero folgte die launige Ansprache des jugendlichen Präsidenten Peter Vollenweider, der die grosse FDP-Familie daran erinnerte, dass die Ortspartei vor ziemlich genau 90 Jahren gegründet wurde, weswegen es jetzt ein Jubiläum zu feiern gelte. Der jährliche Mitgliederbeitrag habe damals nur zwei Franken betragen und man habe noch Zeit gehabt, sich mit den Vorlagen der Behörden ausgiebig auseinander zu setzen. So entnahm Peter Vollenweider einem ihm kürzlich vom ehemaligen Präsidenten Peter Siegfried übergebenen Protokollbuch eine erstaunliche Notiz.
Die am 28. Juli 1920 abgehaltene Mitgliederversammlung habe sich den ganzen Abend dem einzigen Traktandum „Sanierung der Zürcher Dampfboot-Gesellschaft“ gewidmet und habe bis nach Mitternacht gedauert. So gründlich werde heute keinesfalls mehr diskutiert. Dennoch sei es wichtig, dass sich die Partei stets genügend Zeit für die Behandlung von wichtigen Gemeindeangelegenheiten nehme. Drei Punkte müssten sodann für die Partei stets wegleitend sein, nämlich zum einen eine glaubwürdige Haltung, an der konsistent gearbeitet werde. An die Probleme sollte in konstruktivem Geist herangegangen werden, und es sollten stets auch andere Meinungen zugelassen und offen und ehrlich diskutiert werden. Schliesslich habe die Partei stets an ihrer liberalen Haltung zu arbeiten. Dies war dann auch der Punkt, an welchem der Hauptreferent des Abends einsetzte.
Zur Frage nach den wichtigsten liberalen Zielsetzungen referierte ausführlich Robert Nef, Präsident des Stiftungsrates des Zürcher Liberalen Instituts. Aus einer Fülle von Ideen schälte er zum Schluss fünf klassische liberale Hauptziele heraus, die es für die FDP als Leitlinien zu beachten gelte:
1. Freie Märkte sind der beste Weg um unseren Mitmenschen zu helfen.
2. Alle Regierungsgewalt muss limitiert werden.
3. Privateigentum und freiheitlicher Rechtsstaat sind die Schlüssel zu einer freien und gerechten Gesellschaft.
4. Wir müssen den Wettbewerb um die besten Ideen gewinnen.
5. Handel und zivilisatorische Entwicklung bringen jenen Wohlstand hervor, von dem alle profitieren.
Diese und weitere von Nef aufgestellten Thesen wurden rege diskutiert, bevor sich die zahlreich erschienenen Freisinnigen dem Grillbuffet zuwandten.